Version 0.01
— · Datenquelle: Open-Meteo (CC BY 4.0) · Wettermodell je nach Ort, in Mitteleuropa ICON des DWD
Das Problem. Die Lufttemperatur allein sagt nicht, wie warm es sich anfühlt. Oberhalb von etwa 22 °C kühlt der Körper vor allem über die Verdunstung von Schweiß — und die funktioniert nur, solange die Luft das Wasser noch aufnehmen kann. Bei 30 °C und 30 % Luftfeuchte verdunstet Schweiß mühelos, bei 30 °C und 80 % kaum noch. Das Thermometer zeigt beide Male 30 °C, gefühlt liegen aber gut 8 Kelvin dazwischen. Ein trockener Tag mit 33 °C kann damit erträglicher sein als ein schwüler mit 28 °C. Genau diesen Unterschied kann ein Thermometer nicht zeigen, weil ihm die Feuchte fehlt.
Was der Wert sagt. EI₁₀₀ fasst Temperatur, Luftfeuchte und Luftdruck zu einer Zahl von 0 bis 100 zusammen:
Die Farbe der Linie zeigt die Kategorie, von „Extremkälte“ bis „Extremhitze“ — die Zuordnung steht unter dem Diagramm. Zusätzlich wird die gefühlte Temperatur ausgegeben: die Temperatur, die bei 50 % Luftfeuchte dasselbe Empfinden ergäbe. Sie ist der Zwischenschritt der Rechnung und direkt mit dem vergleichbar, was man vom Thermometer kennt.
Wofür er nicht taugt. Der Wert gilt für Schatten bei Windstille; Sonne und Wind verschieben das Empfinden um mehr, als der Feuchteeinfluss hier ausmacht. Unterhalb von etwa 12 °C ist er kaum mehr als eine umskalierte Lufttemperatur. Näheres im Hinweis unter dem Diagramm und im Rechenweg ganz unten.
Hinweis. EI₁₀₀ ist ein selbst definierter Kennwert, keine amtliche Warnung und keine medizinische Aussage. Er gilt für Schatten bei Windstille und berücksichtigt weder Sonneneinstrahlung noch Wind — beide verschieben das tatsächliche Empfinden um mehr, als der hier abgebildete Feuchteeinfluss ausmacht. Unterhalb von etwa 12 °C trägt er kaum Information über die reine Lufttemperatur hinaus. Amtliche Wetterwarnungen gibt in Deutschland ausschließlich der Deutsche Wetterdienst heraus, außerhalb der jeweils zuständige nationale Wetterdienst.
Eingangsgrößen je Stunde: Lufttemperatur t [°C], relative Feuchte φ als Verhältniszahl 0 … 1, und der Stationsdruck p [Pa]. Verwendet wird der Druck am Ort, nicht der auf Meereshöhe reduzierte.
Bezugsgröße ist 1 kg trockene Luft.
p_s(t) = 611,2 · exp( 17,62 · t / (243,12 + t) ) [Pa]p_d = φ · p_s(t)x = 0,622 · p_d / (p − p_d) [kg Wasser je kg trockene Luft],
mit 0,622 = RLuft / RDampfh = c_p,L · t + x · (r₀ + c_p,D · t) [kJ/kg tr. Luft]h = c_p,L · t + x_s · (r₀ + c_p,D · t) + (x − x_s) · c_W · t
bzw. … + (x − x_s) · (c_E · t − r_E)Umkehrung der Magnus-Formel mit
L = ln( φ · p_s(t) / 611,2 ):
t_d = 243,12 · L / (17,62 − L) [°C]
β(t) = 1 / (1 + exp(−0,25 · (t − 22))) für t ≥ 18 °Cβ(t) = β₁₈ − 0,045 · (18 − t) für t < 18 °C,
mit β₁₈ = 1/(1+e) = 0,26894h_uni = c_p,L · t + β(t) · x · (r₀ + c_p,D · t)h_uni wird in eine Temperatur
zurückgerechnet: gesucht ist das t_g, das bei der
Referenzfeuchte φref = 0,50 dasselbe h_uni
ergibt:h_uni(t_g, 0,50, p) = h_uni(t, φ, p)h_uni streng monoton in t ist, erfolgt die Umkehrung
numerisch durch Intervallhalbierung. Bei φ = 0,50 gilt t_g = t.EI = 50 + 50 · (t_g − t_k) / (t_h − t_k) für t_g ≥ t_kEI = 50 − 50 · (t_k − t_g) / (t_k − t_c) für t_g < t_kt_k = 21 °C bei 50 % r. F. → EI = 50t_h = 40 °C bei 60 % r. F. → EI = 100t_c = −20 °C bei 80 % r. F. → EI = 0Die Kategoriegrenzen der Skala liegen bei 15, 35, 45, 55, 65 und 80.